Karneval und Fastenzeit

Jedes Jahr aufs Neue ziehen sie durch Köln: die Jecken. So natürlich auch nächstes Jahr, wenn es wieder heißt “Alaaf”! In dieser Zeit wird viel Alkohol fließen, viel gegessen und auch sonst wird sich mehr als sonst der Fleischeslust hingegeben.

Vom Krawattenabschnitt bis zum Fischessen: 6 Tage Ausnahmezustand

Jährlich erleben tausende Menschen entweder live oder vor dem Fernseher ein seltsames Schauspiel. In der Stadt am Rhein schließen die Büros zur Mittagszeit, kostümierte Gestalten belagern die Straßen, männliche Bürger laufen mit Schlipsstummeln und Lippenstiftflecken in der Gegend herum. Letztere bezeugen den Tausch von Krawatte gegen Küsschen, dem sogenannten Bützchen. Wo man geht und steht wird gefeiert und getrunken. So wird es auch im nächsten Jahr sein, wenn die Weiberfastnacht, oder Wieverfastelovend wie der Kölner sagt, um 11 Uhr 11 am Donnerstag vor Aschermittwoch den sechstägigen Festakt einläutet.

Wie die Jecken sich vorbereiten

Um als Jeck und als Närrin von Anfang bis Ende Spaß haben zu können, sollte man sich gut vorbereiten. Dazu gehören neben einem originellen Kostüm auch das richtige Schuhwerk und die Flüssignahrung in Form von alkoholischen Getränken für den Umzug.
Natürlich kommt kein echter Jeck ohne ein originelles Kostüm aus. Bunte Hüte, Kleider, selbstgeschneiderte Accessoires, Schuhe, Schminke, Tröte und Pappnasen dürfen nicht fehlen. Doch auch praktisch muss es sein. Wer zu Karneval schon einmal auf kölschen Straßen unterwegs war, wird bemerkt haben, dass die Füße bei falschem Schuhwerk schnell schmerzen. Man sollte deshalb gut vorbereitet sein und sehen, in welcher körperlichen Verfassung man sich befindet und welche Schuhe einen bequem durch den Umzug tragen. Närrinen mit strammen Waden sollten daher lieber Weitschaftstiefel tragen, um auch am letzten Tag noch super drauf sein zu können. Der Vorrat an Spirituosen muss mit Liebe und Sorgfalt zusammengestellt sein. Als Grundlage muss natürlich auch ausreichend gegessen werden: etwas leichtes zum Frühstück, Deftiges zum Mittag und abends ein Kräuterschnaps zur Verdauung. Dann klappt’s nachts auch mit dem Nachbarn.

Die Höhepunkte des Karnevals

Der Höhepunkt des Kölner Karnevals ist der Rosenmontag, der zwar kein gesetzlicher Feiertag ist, der jedoch aus Tradition für viele Arbeitnehmer im Rheinland einen freien Tag bedeutet. Der erste Rosenmontagsumzug fand im Jahre 1823 in Köln statt, was auch erklärt, warum die Stadt bis heute am stärksten mit der deutschen Karnevalskultur in Verbindung gebracht wird.
Der Aschermittwoch, der im Christentum die vierzigtägige Fastenzeit einläutet, beendet auch im nächsten Jahr das Spektakel. Wenn die Fastenzeit 2012 beginnt, werden viele dann nach einem ausgiebigen Fischessen allen weltlichen Genüssen für eine bestimmte Zeit abschwören bevor sie darüber nachdenken, welches Kostüm sie im nächsten Jahr tragen sollen.

Zu finden unter Deutsche Kultur