Sammelsurium aus der Arbeitswelt
"Ich bin der Herr dein..."
...oder die ich zahle das alles aus meiner eigenen Tasche
Mentalität "der" Arbeitsamtmitarbeiter...
- "Sollte ich bis zum angegebenen Termin von Ihnen keine Nachricht erhalten,
werde - ohne Sie besonders zu benachrichtigen - die Leistungszahlung einstellen."
- "Falls Sie die Mitwirkung noch nachholen und die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind,
werde die Leistung nachträglich ganz oder teilweise erbringen."
Frage des Langzeitarbeitslosen an die Arbeitsvermittlerin:
Wieso haben Sie es nicht geschafft, mir in all den Jahren meiner Arbeitslosigkeit,
auch NUR EINE Arbeitsstelle anzubieten, bei der ich mich hätte bewerben können?
Antwort der ARBEITSVERMITTLERIN:Das ist NICHT UNSERE AUFGABE...
Land auf Land ab hört man immer wieder von Arbeitgebern die sich darüber beklagen, dass die vom Arbeitsamt geschickten absolut nicht das richtige sind.
Kann denn sowas sein ? Ist das überhaupt möglich ?
Ich sage ja, das ist vollkommen normal...
Hier ein Beispiel:
Herr Langzeitarbeitslos soll (muß) sich als Außendienstmitarbeiter nach folgenden Anforderungen bewerben.- Außendienstmitarbeiter
- Repräsentatives Auftreten
- Freiberuflich
- Führerschein Klasse 3
Schauen wir doch mal, was Herr Langzeitarbeitslos davon erfüllt.- Er hat noch NIE eine Tätigkeit als Außendienstmitarbeit ausgeübt, auch keine Ausbildung oder Neigung in dieser Richtung.
- Er "besitzt" KEIN "Repräsentatives Auftreten", schon alleine aus dem Grund dass er als Langzeitarbeitsloser keine entsprechende Kleidung mehr besitzt und auch nicht in der Lage ist, sich welche zu kaufen.
- Herr Langzeitarbeitslos sucht eine Tätigkeit im "Angestelltenverhältnis", er hat weder die Neigung noch die finnanziellen Mitteln um sich Selbständig (freiberuflich) zu machen...
(es ergibt sich hier natürlich sowieso die Frage ob es sich hier nicht um einen Scheinselbständigkeit handelt
und will man so die Arbeitslosen aus der Statistik raushaben
(wenns nicht klappt, gibt es keine Arbeitslosenhilfe mehr, sondern nur noch Sozialhilfe)
(achso, Arbeitslosenhilfe zahlt der Bund, Sozialhilfe die Gemeinden)))
- Einen Führerschein hat er zwar, jedoch KEIN Auto und natürlich auch kein Geld sich eins zu kaufen.
Was nützt im Außendienst der Führerschein, wenn man kein Auto hat und KEINS gestellt bekommt.
Soll man sich jedesmal, wenn man zu einem Kunden fahren muß, ein mieten...
So, ihr lieben Leute, Arbeitgeber usw. Macht euch zu dieser Geschichte selber euren "Reim"...
Da ich Arbeitslos bin, dachte das Arbeitsamt, den schicken wir doch mal auf einen Lehrgang.
Berufspraktische Fortbildung nannte sich diese 8 Wochen dauernde Maßnahme.
Die Lehrgangsgebühren betrugen über 2.000,-DM Steuergelder.
40% des Lehrgangs bestand aus EDV Ausbildung...
Ich bin EDV-Fachmann, was dem Arbeitsamt bekannt ist.
Demzufolge war die EDV-Ausbildung für mich ein WITZ.
Denn es fing bei "Adam & EVA" an, wie schaltet man einen Rechner an usw.
Nun, auch die anderen 60% waren nicht gerade ergiebig für MICH...
Hier mal einige Punkte des "Unterrichts"
(wobei ich erwähnen möchte, das ich in der Stader Altstadt lebe)
- Besichtigung des Verkehrsmuseums in Stade
- Besichtigung des Alten Holzkrans am Stader Fischmarkt
- Besichtigung des Schwedenspeichers in Stade
- Besichtigung des Schiffes Greundick
- Besichtigung der "Bischofsgruft" im Zeughaus
- Besichtigung der Stader Altstadt (Stadtrundgang)
- Kirchturm Besichtigung und "Besteigung"
- Zweimal (ZWEIMAL) "Besichtigung" der Stader Stadtbücherei
- Ein Tag beim Arbeitsgericht Stade (dort wo die sich "streiten" die Arbeit haben)
- Der Tag beim Landgericht viel wohl ins "Wasser" -
- Ebenso fand die geplante Besichtigung der DASA nicht statt - - Den über 3 Stunden dauernden Film "Titanic" kenne ich nun auch
- Einige Tage gingen dabei "drauf", mir, das für mein Berufsleben überaus wichtige, Bruchrechnen (6. Schuljahr) beizubringen
- Ein Tag opferten wir dem Hamburger Abendblatt, indem wir (wahllos) Stellenanzeigen rausschnitten, diese auf DIN4-Seiten klebten
(wobei natürlich die Rückseite nicht mehr lesbar war)
und dann WEGHEFTETEN (auf nimmer Wiedersehen) - EINE Zeitarbeitsfirma durfte sich auch ausgiebig vorstellen
Bekommt da jemand "Prozente" von DIESER Firma ???
Der Rest des Lehrgangs ist "Schweigen"
Übrigens brauchte ich die erste Woche des Lehrgangs erst gar nicht zu erscheinen, ich war ein sogenannter Nachrücker und nahm erst ab der zweiten Woche am Lehrgang teil.
In der dritten Woche kamen dann nochmals Nachrücker.
Diese nahmen also an 25% des Lehrgangs schonmal nicht teil, obwohl natürlich die VOLLE Lehrgangsgebühr bezahlt wurde...
Man stelle sich vor, man bestellt sich ein "Bier" das nur zu 75% "gefüllt" ist und muß trotzdem den vollen Preis bezahlen...Toll
Noch eine Anmerkung zum EDV-Unterricht...
Die, die zu Hause einen PC haben, konnten das "dargebotene" allemal und die, die keinen PC zu Hause haben, haben nach diesen Lehrgang immer noch keinen PC zu Hause...
"Will sagen..."
Auch wenn ich mit dem PC umgehen kann, aber keinen habe, kann ich trotzdem nicht meine Bewerbungen mit dem PC schreiben...
Wäre es da nicht sinnvoller, eine Schreibstube einzurichten, bei der Arbeitslose die keinen PC haben, ihre Bewerbungen schreiben können...
Auch und gerade am Wochenende!!!
Dazu würde sich die Volkshochschule Stade sehr gut eignen.
Denn sie hat nicht nur alles dafür erforderliche, sondern sie hat auch einen "entsprechenden" Internet-Anschluß mit dem man ebenfalls auf Arbeitsuche gehen könnte...
Warum werden die Gelder also in "sinnlose" Lehrgänge gesteckt und nicht in eine, am Wochenende geöffnete, Schreibstube mit Internet-Anschluß bei der VHS-Stade...
UND wenn mich das Arbeitsamt schon zu einem Lehrgang schickt, warum dann nicht zu einem bei dem ich folgendes (ganz oder teilweise) lernen kann...
dHTML, JavaScript, Perl, CGI, fCGI oder andere NÜTZLICHE Dinge...
Wahrscheinlich würde ich dann Arbeit finden
und das Arbeitsamt wäre dann einen "Kunden" los...
Man stelle sich vor, das Arbeitsamt besorgt allen 5 Millionen Arbeitslosen einen Arbeitsplatz...
Wieviel Arbeitslose gebe es DANN bei den Arbeitsämtern selber...